Verkehrsunfallregulierung

Nach einem Verkehrsunfall kommen auf die Beteiligten eine Vielzahl von Pflichten zu. Nach einer vollständigen Unfallaufnahme am Unfallort muss die Schuldfrage geklärt werden, problematische Fälle sind einzelfallbezogen unter  Berücksichtigung  der  obergerichtlichen  Rechtsprechung  zu  bewerten.  Bis  zur  abschließenden  und vollumfänglichen Schadensregulierung durch die gegnerische Versicherung ist dabei Folgendes zu beachten:

  • Dem  Geschädigten  steht  es  grundsätzlich  frei,  einen  Sachverständigen  seiner  Wahl  zu  beauftragen. Eine Bindung an den Gutachter der gegnerischen Versicherung besteht nicht, selbst dann nicht, wenn diese bereits einen Gutachter bestellt hat.   Die  Gutachterkosten  sind  grundsätzlich  als  Schadensposten  von  der  gegnerischen  Versicherung ersatzfähig.  Zu  beachten  ist  insoweit  die  Bagatellgrenze,  die  bei  circa  750,00  €  liegt.  Für  solche Bagatellschäden  ist  ein  Gutachten  nicht  notwendig  und  die  Kosten  sind  nicht  ersatzfähig,  ein Kostenvoranschlag reicht aus.
  • Vorteile eines Gutachtens:
    • Umfassende Bewertung des Schadens durch einen Sachverständigen
    • Merkantiler Minderwert (Wertminderung), Standzeit, etc. wird direkt bestimmt
    • Beweiserhebliche    Grundlage    zur    Klärung    der    Schuldfrage,    auch    in    einem    späteren Gerichtsverfahren
  • Für den Geschädigten besteht die Möglichkeit zur Abrechnung auf Gutachterbasis ohne Reparatur des Fahrzeugs. Die Vorlage des   Gutachtens bzw. Kostenvoranschlags ist dazu ausreichend, jedoch wird die Mehrwertsteuer bis zu einer  tatsächlichen Reparatur einbehalten.
  • Der   Geschädigte   kann   das   Fahrzeug   in   jeder   gewünschten   Werkstatt   reparieren   lassen.   Ein Schadensmanagement der Versicherung muss nicht in Anspruch genommen werden.
  • Der  Geschädigte  kann  unter  bestimmten  Voraussetzungen  eine  Vielzahl  von  Schadenspositionen geltend machen:
    • Mietwagenkosten (Vorsicht bei Unfallersatztarifen), alternativ Nutzungsausfallschaden
    • Merkantiler Minderwert
    • Gutachterkosten
    • Schmerzensgeld, Heilbehandlungskosten
    • Haushaltsführungsschaden
    • weitere individuelle Schadensposten
  • Dem  Geschädigten  steht  es  frei,  die  Schadensabwicklung  einem  Rechtsanwalt  zu  überlassen.  Die entstehenden Anwaltskosten werden in voller Höhe von der gegnerischen Versicherung erstattet.

Sie  sollten  Ihre  Ansprüche  vollumfänglich  durchsetzen.  Um  dies  zu  erreichen  sollte  ausnahmslos  ein Sachverständigengutachten  angefertigt  werden  und  die  weitere  Schadensregulierung  einem  Anwalt überlassen  werden.  Der  Geschädigte  ist  in  der  Regel  mit  der  Schadensabwicklung  nicht  vertraut, während die gegnerische Versicherung sich in einer überlegenen Position befindet. Bereits von Anfang an sollte ein Anwalt konsultiert werden, um von vornherein für den Geschädigten den optimalen Weg zu wählen und Gerichtsverfahren zu vermeiden.   Nachdem  Unfälle  immer  in  Verbindung  mit  anderen  versicherungsrechtlichen  Problematiken  (KaskoVersicherung,  Unfallversicherung,   Berufsunfähigkeitsversicherung,   Regressmöglichkeiten)   auftreten können, ist die Konsultation eines Fachanwalts für Versicherungsrecht zu empfehlen.

 

Sie können sich unsere Ratgeber bequem als PDF-Datei herunterladen:

Arbeitsrecht: Kündigungsschutzklage
Erbrecht: Behindertentestament
Erbrecht: Erbfolge
Familienrecht: Scheidung
Gesellschaftsrecht: Rechtsformwahl
Verkehrsrecht: Verkehrsunfallregulierung